Aktuelle Presseanfrage: Dreharbeiten zum Thema Spendenwerbung und Transparenz

Am 11. November erhielt marketwing eine Presseanfrage der TV-Produktionsfirma PIER 53. Wir sind interessiert an einer objektiven und transparenten Berichterstattung zum Thema "Spendenwerbung". Aus diesem Grund veröffentlichen wir an dieser Stelle den genauen Wortlaut des Briefwechsels.


Von: Hauke Wendler, PIER 53
Gesendet: Freitag, 11. November 2011 13:03
An: Eisenschmidt, Hans; Thurow, Alexander
Cc: Lönnecke-Busch, Rona Hella
Betreff: NDR-Dokumentation

Sehr geehrter Herr Eisenschmidt, sehr geehrter Herr Thurow,

bevor ich mit unserem Anliegen konkret an Sie herantrete, möchte ich uns zunächst kurz vorstellen:

Wir sind eine Filmproduktionsfirma aus Hamburg und arbeiten für den NDR an einer 45-minütigen TV-Dokumentation zum Thema Spenden / Spendentransparenz. Der Film soll Zuschauer und mögliche Spender darüber aufklären, worauf Sie bei Spenden und Fördermitgliedschaften generell achten müssen. Er wird aller Voraussicht nach im Dezember im NDR ausgestrahlt und später auf verschiedenen anderen Sendern der ARD wiederholt werden (mehr Infos zu uns und unseren Filmen finden Sie unter www.pier53.de).

Da wir im Rahmen unserer Dreharbeiten, u. a. bei der Hilfsaktion Noma in Regensburg und dem Allgemeinen Tierhilfsdienst in Ahlum, wiederholt auf den Namen Ihres Unternehmens gestoßen sind und darüber hinaus seitens Dritter mehrfach Kritik an Ihrer Arbeit geäußert wurde, möchten wir in der o. a. TV-Dokumentation sehr gern auf Ihr betriebliches Engagement für diese beiden Vereine und Ihre sonstigen Aktivitäten zur Einwerbung von Spenden oder (Förder-) Mitgliedschaften eingehen. Aus diesem Grund würden wir uns freuen, wenn es möglich wäre, verschiedene Filmaufnahmen bei Ihnen im Haus realisieren zu können, vor allem ein Interview mit einem der beiden Geschäftsführer.

Es dürfte in diesem Zusammenhang wohl kaum an Ihnen vorbei gegangen sein, dass ich persönlich am Montag dieser Woche bereits telefonisch Kontakt mit Ihrer Kollegin Rona-Hella Lönnecke-Busch aufgenommen habe. Aus dramaturgischen Gründen und zur besseren Vermittlung des Themas an ein breites Publikum bereiten wir in unserem Film zu Testzwecken nämlich selbst die Gründung eines Vereins vor (der Verein 'Ärzte gegen den Hunger'). Und als Vertreter desselben habe ich mich bei Frau Lönnecke-Busch vorab mal informiert.

Überrascht hat mich dabei, dass Ihre Kollegin für unseren 'Verein in Gründung' - so haben wir das Projekt vorgestellt - nach wenigen Minuten bereits als möglichen Entwicklungshorizont den Aufbau eines "Spenderstammes von 50.000 bis 80.000 Personen" geraten hat (alle Zitate entstammen meinen Gesprächsnotizen sowie der Erinnerung unserer Producerin, die ebenfalls zugegen war), die wiederum "10 bis 12 Mal im Jahr" mit Spendenbriefen kontaktiert werden müssten. Und das, obwohl Ihr weitere Kennziffern zum geplanten Arbeitsumfang unseres Vereins nicht zur Verfügung gestanden haben. Aber vielleicht könnte das ja auch Inhalt eines möglichen TV-Interviews sein.

Ich vermute mal, dass derartige Interview-Anfragen nicht immer angenehm sind. Andererseits bekennen Sie sich auf Ihrer Website ja ausdrücklich zu Transparenz und Offenheit. Von daher würde ich mich freuen, wenn wir einen Weg finden würden, um diese Dreharbeiten realisieren zu können.

Bei Nachfragen dazu erreichen Sie mich unter den u. a. Kontaktdaten (die Mobilfunknummer liegt Ihrer Kollegin ja bereits vor).

Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühen und Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

Hauke Wendler



Antwort vom 16.11.2011:


Sehr geehrter Herr Wendler,

vielen Dank für Ihr journalistisches Interesse an unseren Dienstleistungen. Gerne unterstützen wir Sie bei Ihren Recherchen zum Thema „Spenden/Spendentransparenz“. Der Öffentlichkeit zu ermöglichen, Zugang zu allen Aspekten dieses Themenkomplexes zu erhalten, ist auch uns ein Anliegen.

Wir haben in unserem auf unserer Website veröffentlichten Kommentar zu diesem Thema ja bereits angesprochen, dass – gerade in jüngster Vergangenheit – viele Organisationen und Dienstleister schlechte Erfahrungen mit Medienvertretern machen mussten. Das Thema „professionelle Spendenwerbung“ wurde nicht immer objektiv und transparent dargestellt. Vor allem das Buch „Die Spendenmafia“ von Stefan Loipfinger ist hier zu nennen. Kennen Sie hierzu das Statement des Vorsitzenden des Deutschen Fundraising Verbandes, Matthias Buntrock, und die bereits erfolgten außergerichtlichen Vergleichsvereinbarungen (Unterschrieben von Organsation, Autor und Verlag), aufgrund derer das Buch nun grundlegend überarbeitet werden muss?

Überraschend ist diese Entwicklung für uns nicht – vor dem Hintergrund, dass der Autor schon mehrfach gerichtlich erzwungene Gegendarstellungen veröffentlichen musste und vom Deutschen Presserat wegen fehlender Transparenz bereits unmissverständlich kritisiert worden ist. Zuletzt missbilligte der Deutsche Presserat am 13.09.2011 die Schleichwerbung rund um das Onlineportal „charitywatch.de“.

Ich hoffe, Sie haben Verständnis dafür, dass wir Ihre Fragen – die möglicherweise ja auch in Zusammenhang mit Organisationen stehen, für die wir als Auftragnehmer tätig sind – nicht vor der Kamera, sondern nur auf schriftlichem Wege beantworten können.

Am Beispiel Ihres Gespräches mit Frau Lönnecke-Busch ist zu erkennen, dass ein an sich korrekter Sachverhalt aufgrund missverständlicher Äußerungen im „Live-Gespräch“ falsch interpretiert werden kann. So, wie es auch in der Antwort auf Ihre verdeckte, telefonische Anfrage zu hören ist, weisen wir IMMER darauf hin, dass der Aufbau eines Spenderstamms zwangsläufig mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist.

Unsere Kollegin hat Ihnen als verdeckt auftretende Organisation eben NICHT am Telefon zum Aufbau eines Spenderstammes geraten, weil Sie sich offensichtlich weder über die entsprechenden notwendigen Mittel im Klaren waren, noch seriöse humanitäre Projekte vorzuweisen hatten. Diese Grundsätze gelten übrigens unabhängig davon, ob eine Nonprofit-Organisation selbst professionelles Fundraising betreibt, oder einen Dienstleister hinzuzieht.

Transparenz im Spendenwesen ist für uns von grundlegender Bedeutung. Dazu gehört, dass einer breiten Öffentlichkeit bekannt sein muss, dass Spendengewinnung zunächst einmal auch Geld kostet. Die Öffentlichkeit zu informieren kann aber nicht die Aufgabe eines Dienstleisters sein. Hier sind die gemeinnützigen Organisationen und der Deutsche Fundraising Verband gefragt.

Vielleicht ließe sich dieses Thema ja im Rahmen einer Gesprächsrunde beim Deutschen Fundraising Verband in Berlin aufarbeiten, der für Sie sicher ebenfalls ein interessanter Ansprechpartner ist. Diese Runde könnte sich aus Vertretern von Organisationen, Dienstleistern, Banken und der Deutschen Post zusammensetzen. Darüber hinaus wäre sicher auch die Anwesenheit je eines Vertreters des DZI, des Deutschen Spendenrates und des Finanzministeriums wünschenswert.

Eine seriöse journalistische Arbeit werden wir jederzeit nach Kräften unterstützen. Wir laden Sie ein, uns Ihre Fragen schriftlich zukommen zu lassen. Es ist zweifelsohne auch in Ihrem Interesse, dass komplexe Zusammenhänge fundiert erklärt und gewissenhaft beantwortet werden. Von einem Spontanbesuch, wie er vor allem im oft geschmähten Krawalljournalismus gern praktiziert wird, bitten wir abzusehen.

Unsere Korrespondenz werden wir – auch dies im Sinne unseres Verständnisses von Transparenz – aktuell auch auf unserer Website abbilden. Parallel haben wir auch unsere Kunden und den Deutschen Fundraising Verband in Berlin über Ihre Recherchen informiert.

 Mit besten Grüßen

 Alexander Thurow

Geschäftsführer/CCO

 marketwing GmbH

 

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Prämiert werden die Beste Fundraising Innovation und die Beste Fundraising Kampagne eines Jahres sowie der Jury- Preis für besondere Verdienste im Fundraising. Der Deutsche Fundraising Preis ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.

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